, Kissling Franco

Deitingen mit wichtigem Sieg in Trimbach

Trotz vorhandenen Personalsorgen konnte sich das Trainer-Duo Hert/Nikolic wieder einmal auf mehr Reibwärme auf der Deitinger Bank freuen. In einem sehr umkämpften 3:1 Sieg konnte Deitingen verdient die Oberhand gewinnen und einen wichtigen Erfolg gegen einen direkten Verfolger einfahren. Matchwinner waren der junge F. Kofmel im Deitinger Tor – der in Extremis aufgeboten werden konnte – und Stalder mit einem Doppelpack.

 

 

Erneuter Spitzenkampf hiess das Motto. Das Spiel startete mit ungewohnten Szenen: Anpfiff, (versuchter) Torschuss Trimbach. Der Ball war paar Sekunden später als Schiriball deklariert, aufgrund einer Berührung von jenem, der entscheidend den ersten Angriff der Deitinger beeinflusste. Die Zuschauer wussten nun, das wird unterhaltsam. Voll motiviert gingen die 22 Spieler bei angenehmen Sporttemperaturen in die Partie. Es dauerte auch nicht lange, bis Stampfli für die Gäste erstes Ausrufezeichen setzte und klar aufzeigte, welches Team diesen Sieg will. Das Spiel war im Mittelfeld technisch schön anzusehen und es gab auf beiden Seiten einige zusammenhängende - und diese auch gewollt - Aktionen. Deitingen war paar Mal kurz vor einer aussichtsreichen Torchance, wobei Trimbach mit den Füchsen Baumgartner und Schalts öfters das Glück aus der Distanz versuchte.

 

In der Trimbacher Sportarena – die aus einem Viertel Industrie, einem Drittel Wohnanlage, einem Achtel Spielgruppe, zwei Siebzehntel Geschichtshistorie, einem Tausendstel Ameisengaggi und einem Rest Grasgrün bestand - dauerte es bis in die 33. Minute bis es so richtig durch die Ränge raunte: nach einer Corner von Deitingen stoppte Bieri den eigenen Ball schier auf der Linie, legte dadurch aber zu Niederer, der aber kläglich versemmelte. Das Trimbacher Rezept bestand grundsätzliche aus Steilversuchen aus der eigenen Abwehr, welche aber allesamt vom in Extremis aufgebotenen F. Kofmel im Deitinger Tor mit Bravour zu Nichte gemacht wurden. Das Spiel war weiterhin umkämpft, sehr schön anzusehen und freudig. Wie näher die Pause kam, desto weniger Bewegung fand man im Spiel der Orangen. Doch Totgesagte leben länger. Quasi mit dem Tee-Pfiff kombinierte sich das Linksfuss-Duo Stalder und S. Frei durch, wobei der Urdeitiger unhaltbar in die lange Ecke einnetzte.

 

 

Als hätte sich der Gastgeber trotz Unterbruch nicht erholt, startete die Zweite, wie die Erste endete: Niederers Geschoss-Schuss war jedoch zu zentral. Der FCT war wirklich noch nicht wieder ready. Deitingen hatte den Drücker für die Startminuten fest in der Hand. Doch aus dem Nichts wechselte dies und Trimbach zeigte sein Können. Doch wieder unangekündigt kam es. Es, eine spielentscheidende Szene, Theater, Emotionen, Basis für ein Roman, Futter für den Stammtisch, die Tatsache wieso Fussball eine derart populäre Sportart ist. Ein Befreiungskopfball Barrers in Spitze zu Moll, dieser spitzelte das Runde weiter zu Stalder, welcher freie Laufbahn hatte. Die Trimbacher blieben alle stehen, als wäre der Offsidepfiff so sicher wie das Amen in der Kirche. Doch nichts wars, einer der Aussenverteidiger war sicher auf Höhe Stalder. Mit all seiner immensen Routine Täuschte der Kleingewachsene ein Schuss vor, umkreiste Flury im Trimbacher Tor und markierte das 0:2 (60.). Die Freude beim Tabellenleader war riesig, die Konsternation Trimbachs und vor allem das Gemotze gegen den sonst schon nicht geschonten Schiri noch riesiger. Resultat: doppeltes Gelb innerhalb einer Minute gegen M. Schalt, der somit vorzeitig unter die Dusche geschickt wurde.

 

Trimbach haderte nun mit sich selbst und muss sich dafür selbst an der Nase nehmen. Schon Justin Timberlake singt ständig «what goes around, comes around». Deitingen nutzte die nun vorhandenen Räume, Stampfli zauberte mit der Hacke, Hadzics missratene Flanke kommt doch noch perfekt, Stalder zaubert auf Level Harry Potter und hämmert das Kunstleder zum 0:3 mit einer Bicicleta rein (62.). Nun sollte es keine Frage mehr sein, wer diesen Spitzenkampf gewinnen wird. Keine Minute später wars direkt wieder Stalder. Stalder! Stalder! Stalder? Jener, dessen Lieblingsgetränk «Grey Goose Orange mit Red Bull» ist? Leider nein, alleinstehend aus 12 Meter spekuliert die FCT Nr. 1 goldrichtig und kratzt den Schuss aus der tiefsten Ecke raus. Es sei noch geklärt, dass Jonas Flury – der beste Trimbacher des Abends – keine Kreuzung von den Deitinger Jonas Zuber und David Flury ist. Dafür hat er zu viele Haare und ist zu langsam in den Sprints. Gegessen sei es, meinte man auf den Zuschauerrängen. Denkste. Trimbach kam in der 72. Minute zum Tor. Es hatte sich abgezeichnet, da Deitingen das Fussballspielen so ad acta legte, wie Donald Trump die Rechte für Frauen und Homosexuelle. Dieser Trimbacher Aufschwung verklang dann jedoch wieder und Stalder hätte nach perfektem Rush von Stampfli den vierten Deitinger Vollerfolg machen können. Deitingen musste, Trimbach konnte nicht mehr und das Spiel flachte ab. Grundsätzlich fahrlässig, jedoch nicht mehr entscheidend, vergaben die Orangen noch 2-3 sehr gute Chancen, den Sack komplett zu zumachen, konnten das 3:1 schlussendlich über die Zeit bringen.

 

Fazit: Ein weiterer Sieg in einem Spitzenspiel. Schöne Tore in einem unterhaltenden Spiel, welches einen Schlüsselmoment rund um das zweite Tor hatte. Die perfekte Leistung war es erneut nicht, man ist jedoch zu Frieden. Man konnte einen genannten Mitfavoriten nun auf 7 Punkte distanzieren.

 

FC Trimbach 1:3 (0:1) FC Deitingen

FCD: F. Kofmel; Barrer, Bieri, Zuber, Hadzic; Stampfli (N. Kofmel), Niederer, Günther, S.Frei (Steiner); Moll (Schläfli); Stalder

Tore: 0:1 S. Frei (45.+3), 0:2 Stalder (60.), 0:3 Stalder (62.), 1:3 Yildirim (72.)